Pünktlich zum ersten Mai war es in vielen Bundesländern soweit. Die ersten unerschrockenen Angler machten sich schon nachts auf den Weg, um den ersten Hecht der Saison aus dem Wasser zu ziehen. Viele verschmähten den Tanz in den Mai oder sonstige Veranstaltungen, um fit zu sein.
Die gute Vorbereitung zählt
Schon Wochen und Monate vor dem Ende der Schonzeit konnte man die wachsende Anspannung bei den passionierten Hechtanglern erkennen. Uns kribbelte es sozusagen schon in den Fingern. Die Räuber sind Anfang des Jahres schon sehr in Aktion. Am Tag des Hechts – uneingeweihten auch als Tag der Arbeit bekannt – würden sie wieder hinausgehen und es mit dem Raubfisch aufnehmen. Im Angelshop unseres Vertrauens hatten wir uns natürlich das Material und aggressiven Farben bestellt.
So muss zunächst einmal bestimmt werden, wo wir denn auf die Pirsch gehen. Lothar war die letzten Tage an den verschiedenen Gewässern unterwegs und machte schnell die Route klar. War der Winter eher mild, kann davon ausgegangen werden, dass der Hecht die Laichzeit bereits seit einigen Wochen hinter sich hat und sich deshalb nicht mehr im absoluten Flachwasser aufhält. Immer ein guter Tipp sind Abbruchkanten des Flachwassers in einer tiefe von zwei bis drei Metern. Hier finden sich die Beutefische des Hechts. Für diese Tiefenregion eignen sich besonders schwebende Wobbler oder leicht beschwerte Schwimmwobbler und natürlich Gummis in allen Variationen. Bei einem harten Winter, wie wir ihn dieses Jahr, hatten verschiebt sich die Laichzeit dementsprechend und es ist anzunehmen, dass der Hecht noch in der flachen Gebieten zu finden ist. Dort angelt man am Besten mit einem unbeschwerten Oberflächenspinner, einem Schwimmwobbler oder einem flach laufenden Jerkbait. Auch davon bin ich ein Freund. So kurz nach dem Ablaichen sind die Hecht noch relativ aggressiv und sollten die Köder ohne Zögern attackieren. In einer solchen Situation einen Popper einzusetzen und einen Hecht beim Angriff zu beobachten, ist ein wunderbarer Einstieg in die Saison.
Noch ein kleiner Tipp für sehr milde Temperaturen. Herrscht im April bereits T-Shirt-Wetter kann man davon ausgehen, dass die Hechte das Laichgeschäft bereits länger abgeschlossen haben. In diesem Fall sind große Fische in Ufernähe kaum noch zu finden und es empfiehlt sich schleppend vom Boot aus zu Angeln und auf tiefere Regionen auszuweichen (wo es erlaubt ist). Große Wobbler und Gummifische sollten hier gute Resultate liefern.
Unser erster Tag endete nach 2 Seen mit 3 schönen Hechten. Mein 79er an diesem Tag unser größter. Lothar hatte noch einen schönen Nachläufer, der es sich dann im Flachwasser anders überlegte.

Wobbler in Aktion
Im Sommer und im Herbst den Hechten auf der Spur
Wenn die Hechte die Laichzeit weit hinter sich haben, gibt es für sie kaum noch Gründe sich in Ufernähe zu bewegen. Sie folgen ihrer Beute, die ihre Laichzeit nun ebenfalls beendet hat, in tiefere Gefilde. Wie immer kann es an einzelnen Stellen zu Ausnahmen kommen, aber hier ist jeder gut beraten, sich mit den Gewässern in seiner Umgebung vertraut zu machen und die Gewohnheiten der Hechte zu studieren. Wie so oft, sollte man genau beobachten, wie die Fische sich verhalten und sich dementsprechend vorbereiten. Das Angeln, besonders das Schleppangeln vom Boot aus ist in den meisten Fällen erfolgreich und hat den großen Vorteil, dass es an heißen Sommertagen ein wenig Erfrischung bringt, auf dem Wasser unterwegs zu sein. Dass es sich lohnt den Hechten ins tiefere Wasser zu folgen, zeigen die ersten Berichte über Fanggrößen, die aus Deutschland eingehen. So gelang es einem Angler beim Spinnfischen mit einem Gummifisch einen 131er aus dem Baggersee Nägelesee zu ziehen. Die Saison 2011 hatte also schon jetzt große Hechte zu bieten, sofern man weiß, wo und wie man ihnen am Besten auf die Schliche kommt. Hier fällt mir ein, dass mein kleinster, ich schätze ihn auf 20cm beim Forellenangeln eingestiegen war.
Allgemeine Informationen zu Schonzeitregelungen
Ebenso wie die Schonzeit liegt die Festlegung der Mindestgröße klar in Länderhand. Am obern erwähnten ersten Mai können sich aber, abgesehen von Hamburg, Bremen, Baden-Wüttenberg und Rheinland-Pfalz, die meisten Angler über die neue Saison freuen. Es sei hier noch mal drauf hingewiesen, wie wichtig die Einhaltung der Schonzeit ist, um den Bestand auch für die kommenden Jahre zu sichern. Daher werden verstöße gegen die Schonzeitregelung auch völlig zu recht geahndet. (Weitere Infos in einem meiner älteren Beiträge zu Schonzeiten an der Ostsee.)
Die in den Monaten März bis Mai geschlüpften Hechte, beginnen ihren Raubzug unmittelbar und konzentrieren sich auf Larven und Kleinstlebewesen. Nach ein bis zwei Monaten erreicht der Hecht eine Größe von etwa drei Zentimetern und verlässt das Flachwasser, um seine Beutezüge auszuweiten. Das Jagdverhalten wird schon in diesem frühen Stadium ausgeprägt und so beherrschen auch junge Hecht schon schnelle Attacken. Kleinere Fische sind schon nach einen halben Jahr Beute für den Hecht und auch Artgenossen werden ins Beuteschema aufgenommen. Mit zunehmender Größe ergänzen Frösche, Wasserratten und kleine Wasservögel den Speiseplan. Hoffen wir mal, dass es in diesem Jahr so weiter geht und wir noch ein paar schöne Fische bis in den Herbst hinein landen werden.
Euch allen, Petri Heil und schöne Fische!